Musik braucht Menschen. Menschen brauchen Musik.



AOIDE Symphonie – Musik für Europa

Ausgangslage 2017
Die Idee eines vereinten Europas ist nach wie vor etwas Großartiges und Faszinierendes. Sie fußt auf dem Gedanken, nach der Erfahrung mit hunderten von Kriegen und unermesslichem Leid auf diesem Kontinent etwas bahnbrechend Neues zu schaffen: einen Raum des Friedens und der Freiheit, der gegenseitigen Verständigung, der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, der Solidarität und des sozialen Ausgleichs.
In diesem Lichte betrachtet kann und soll das vereinte Europa mehr sein als ein Mechanismus, der im ausschließlich monetären Sinne Wohltaten verteilt. Vielmehr ist hier die Rede von der leuchtenden Vision einer Gesellschaft mit menschlichem Antlitz über alle (Staats-) Grenzen hinaus.
Zurzeit ist Europa indes unruhiger, verstörter, durchaus auch kleinmütiger geworden und steht in der Gefahr, die in den letzten Jahrzehnten hart erarbeiteten einmaligen Errungenschaften zu verspielen.
Bisher wird die Europäische Union in ihrer formalen Existenz durch politische, wirtschaftliche und weitere Verträge und Abmachungen zusammengehalten. Europa als Projekt und Perspektive hingegen kann letztendlich nur durch seine Bewohner, durch deren Vielfalt, Einzigartigkeit, Mentalitäten, durch Beziehungen zueinander, über Grenzen hinweg lebendig, gelebt, d.h. erlebbar werden.
Neue Frische, neue Impulse und eine gestärkte Einheit, neue Ansätze, veränderte Sichtweisen wünschen sich derzeit viele Europäer, ein bewegliches, ein fröhliches, ein buntes Europa. Genau hier gibt es nach wie vor beachtliches Potential.

Ursprung Griechenland
Nicht wenige Ideen, heutzutage ganz selbstverständlich in unseren Alltag integriert, haben ihre Wurzeln im Griechenland der Antike. Allein schon der Name Europa geht auf die griechische Mythologie zurück. Demokratie als Modell ausgleichenden und ausgeglichenen Zusammenlebens wurde im alten Griechenland entwickelt, erfolgreich gelebt und gilt noch heute als Vorbild.
Der antike griechische Reiseschriftsteller Pausanias erwähnt die „titanischen” Musen, unter ihnen die Schwestern Mneme, Melete und Aoide. Erstere steht für „Übung”, die zweite für „Gedächtnis”, die dritte für „Musik”.
Jeder praktizierende Musiker akzeptiert, dass Übung mit Eigenschaften zu tun hat wie Beharrlichkeit, Kontinuität, Zielstrebigkeit, Energie, Begeisterung, Qualitätsbewusstsein, Konsequenz, Besessenheit, nicht zuletzt Versuch und Irrtum. Erfahrungsgemäß will auch jedes gute Miteinander geübt sein: wie ein Musiker jeden verfügbaren Augenblick nutzen wird, seinen Stand zu halten, sich zu verbessern und in stetem Kontakt zu seinem Instrument zu bleiben, ist auch gelingendes Zusammenleben auf ausdauerndes Üben, auf ständigen Kontakt und lebendigen Dialog angewiesen.
Wohlstand, Frieden und Glück von Menschen und Staaten gründen sich auch auf Bewusstsein für die eigene Geschichte. Voraussetzung hierfür bildet Ehrlichkeit im Umgang mit historischen Fakten und mit dem lebendig gehaltenen Gedächtnis für Licht und Schatten in der Vergangenheit einer persönlichen Biographie, einer Region, eines Staates.
Näher zusammen zu rücken und gute Beziehungen in ihrer Vielfalt und Gegensätzlichkeit als hohen Wert zu erkennen könnte eine Konsequenz aus den Ereignissen der jüngeren Geschichte sein. Das beinhaltet auch, im Sinne eines uralten menschlichen Handlungsmotives dem Fremden und Notleidenden unterstützend und mit offenen Armen zu begegnen.

Kunst und Emotion
Die Künste weiten über die rational-wirtschaftlich-politischen Zusammenhänge hinaus die Horizonte. Sie sprechen unmittelbar den emotionalen Kern des Menschen an. Emotionalität bildet einen zentralen menschlichen Wesenszug und sorgt dafür, dass wir uns lebendig fühlen und mehr noch, dass wir uns überhaupt als Menschen unter Menschen zeigen können.
Im alltäglichen Umgang miteinander wird diese bereichernde Eigenschaft oft verborgen. Daher lohnt es sich, das Schöne im Auge und im Ohr zu behalten. Hierdurch wird Menschlichkeit in ihrer ursprünglichen und elementaren Form gepflegt.
Musik findet anders als bildende Kunst und Literatur in der Zeit statt und ist fest an sie gebunden. Sie besitzt ernorme Kräfte, unmittelbar und direkt auf die menschliche Gefühlswelt zu wirken.

AOIDE Symphonie
In diesem Sinne ist Aoide als Muse der Musik Namensgeberin von „AOIDE Symphonie”. Die mitwirkenden Musikerinnen und Musiker kommen aus verschiedensten Regionen Europas und bilden so ein buntes, vielfältiges und anschauliches Modell dieses Kontinents. Das Orchester wird geeint durch die Überzeugung, Menschen über alle nationalen, ethnischen und traditionellen Grenzen hinweg erreichen und berühren zu können. Diesen Zuhörern kann durch Konzerte – auch über diese intensiven Erlebnisse hinaus - ein tragendes Gefühl von Zusammengehörigkeit vermittelt werden.
Der immense Reichtum menschlicher Kultur wird augenblicklich spürbar durch die Internationalität von Musikern und die Vielgestaltigkeit der von diesem Klangkörper aufgeführten Werke.
Europa kann zu Recht als eine Wiege menschlicher Kultur bezeichnet werden, entstand doch genau hier allein in den letzten 500 Jahren eine wahrhaft unübersehbare Menge musikalischer Kompositionen; Schätze, die zu einem Teil noch immer nicht gehoben in Bibliotheken auf Entdeckung und Aufführung warten.
Diese ungeheure Mannigfaltigkeit reicht von Werken für einzelne Instrumente bis zu komplexen Sinfonien, die nach einer großen Zahl von Mitwirkenden verlangen. Mentalitäten europäischer Nationen bilden sich ab in charakteristischem Tonfall und spezieller Farbigkeit von Musik. Um nur einige zu nennen: französische Eleganz, maurischer Einfluss in spanischer Musik, mediterrane Leichtigkeit italienischer Klänge, böhmisches Musikantentum, Intellektualität und Verspieltheit Bach’schen und Mozart’schen Genies bis hin zu den unendlichen Weiten Finnlands, abgebildet in Sibelius’ expansiven Tondichtungen.
Wie Künstler überhaupt lebten auch Komponisten ganz selbstverständlich davon, sich durch ständige internationale Reisen anregen zu lassen. Nichts hielt sie davon ab, weder Beschwerlichkeiten noch Staatsgrenzen. Vielmehr war der Reiz des Andersartigen, Fremden und Neuen geradezu ihr Elixier und damit eine unabdingbare Voraussetzung für ihr Schaffen.
So liefert Musik den Beweis „mit besonderer Note”, dass eine humane Gesellschaft mit einem tiefen Respekt vor anderen Kulturen nicht nur möglich, sondern auch erfolgreich sein kann.
AOIDE Symphonie, auch als Streicher- oder Bläser-Ensemble „AOIDE Strings” und „AOIDE Winds” zu erleben, wurde von Gerd Müller-Lorenz und seinem Team zu dem Zweck ins Leben gerufen, die große „Chance Europa” musikalisch in das verdiente Licht zu setzen, ihr Gewicht zu verleihen, Begeisterung (neu) zu wecken und zu demonstrieren, dass Europa viel mehr sein kann als ein Zweckbündnis:
Ein wunderbarer Raum zum Leben für mehr als 500 Millionen Einwohner!



Vom Vertrauten zum Unbekannten
Stets gilt das Interesse und die Aufmerksamkeit des Dirigenten Gerd Müller-Lorenz dem Neuen, Ungewöhnlichen, noch nicht Entdeckten, zu Unrecht nicht oder selten Aufgeführten und damit im Wortsinne Ver - rückten mit dem Ziel, Gewohnheiten in zweierlei Hinsicht zu stören und aufzubrechen: bei Musikern, um sie der – nur zu oft lähmenden – Alltagsroutine zu entreißen und zu einem frischen Blick und ständig wechselnder Perspektive auf Musik zu bewegen, bei Hörern, um sie zu veranlassen, mit oft jahrelangen – nur zu oft abstumpfenden – Hörgewohnheiten zu brechen und zu ermutigen, sich auf neues einzulassen und die so entstehenden Impulse als Bereicherung und Erweiterung eigener Erlebnisfähigkeit zu erfahren.



Klima und Kultur
Die drängenden und entscheidenden Zukunftsfragen der Menschheit sind inzwischen mitten in der Gesellschaft angekommen. Kaum jemand kann sich mehr ernsthaften grundsätzlichen Überlegungen verweigern, wie das persönliche Verhalten zu gestalten sei, damit es nicht auf Kosten der Zukunft unseres Planeten gehen soll.

Was hat nun speziell ein Künstler bzw. Musiker, was hat Kunst bzw. Musik mit Problemen des Klimawandels, der Aufheizung der Atmosphäre, nachhaltiger Energiegewinnung und anderen Fragen des Umweltschutzes zu tun? Wie kann Kunst bzw. Musik aufmerksam machen, bewusst machen, aufrütteln?

Gerd Müller-Lorenz ist es auf interessante und originelle Weise gelungen, die beiden - nur scheinbar so entfernten - Themenkreise zusammen zu führen und Zeichen zu setzen, wie dies nur Musik kann ...
(Details auf Anfrage)